THERAPEUTISCHE NUTZUNG
Die Aufgabe der Heilbehandlung in Bädern besteht in der Behandlung chronischer Erkrankungen, die zur Zeit eins der schwerwiegendsten gesellschaftlichen Probleme bilden. Heute sind immer häufiger chronische Erkrankungen die Ursache für Infirmität oder Tod. Die Verkürzung der durchschnittlichen Lebenserwartung und die höhere Sterberate sind die Folge von Zivilisationskrankheiten. Es steigt die Zahl der Todesfälle hervorgerufen durch: Koronarkrankheit, Herzinfarkt, arterielle Hypertonie, Lungenkrebs, Diabetes und traumatische Erkrankungen.
Es wächst die Zahl der Patienten mit Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, mit Leberzirrhose, mit chronischer Bronchitis und Bronchialasthma. Dieses Krankheitsprofil haben einerseits schädliche äußere, vom Menschen unabhängige Faktoren verursacht (z.B. toxische Bestandteile in der Luft, im Wasser, im Boden, in Lebensmitteln - sie sind die Folge der industriellen Entwicklung und des technischen Fortschritts der heutigen Welt), anderseits sind es Schädigungen, an denen die Betroffenen selbst schuld sind, wie das Rauchen, falsche Ernährung, immer weniger körperliche Bewegung. In dieser Hinsicht kann die Heilbehandlung in Bädern sehr effektiv und hilfreich sein, indem sie "zur Gesundheit erzieht" und den in der Rehaklinik behandelten Kranken Verhaltungsweisen angewöhnt, die der Förderung der Gesundheit dienen.
Die Balneologie und die physikalische Medizin bilden einen selbständigen Teilbereich der Medizin, der über eigene, spezifische Diagnose- und Heilmethoden verfügt. Die mit balneologischen Behandlungsmethoden erreichten Effekte übertreffen die durch die Pharmatherapie erzielten Erfolge durch ihr langzeitiges Anhalten. Sie stehen der Physiologie des Menschen näher und - was wohl am wichtigsten ist - sie rufen keine Nebenwirkungen hervor. Balneologische Anwendungen stimulieren die Adaptationsmechanismen und mobilisieren die Aktivitätsreserven im Organismus. Für die Naturheilkunde ist das komplexe Wirken der Heilfaktoren charakteristisch, da die eingesetzten natürlichen Heilmittel (Mineralquellen, Peloide, Gase) eine äußerst ungewöhnliche Zusammensetzung haben.
In Bad Warmbrunn kommen Siliciumverbindungen und Fluoride enthaltende, schwach mineralisierte Thermalquellen vor. Es gibt 6 Quellfassungen, darunter 2 Einpressbohrungen des Quellwassers "Marysieńka" (50 m tief, Förderleistung 2,4 m3/h, Kategorie B). Es ist ein 0,06 %iges hypothermales silicium- und fluoridhaltiges Wasser, das auch mit Kohlensäure versetzt in Flaschen abgefüllt wird. Die Quellfassungen "Sobieski", "Wacław", "Basenowe Damskie" und "Basenowe Męskie" werden im Kurmittelhaus verwendet. Die Bohrung "Cieplice 1" hat eine Temperatur von 20°C, die Bohrung "Cieplice 2" - 61°C.
FLUOR (Gehalt pro Liter - 8-10mg)
- ein Mikroelement, das an der richtigen Knochen- und Fluorapatitbildung beteiligt ist,
- von Bedeutung für die Kariesprophylaxe,
- wichtig bei Osteoporose und Demineralisierung der Knochen.
Zahnkaries ist die Folge einer nicht ausreichenden Ausbildung des Zahnschmelzes und der durch bakterielle Flora hervorgerufenen beschleunigten Fermentationsprozesse in der Mundhöhle. Die Fluoride sind es, die einerseits die Entwicklung der Bakterien stoppen, andererseits den Baustoff für den Zahnschmelz liefern.
SILICIUM (Gehalt pro Liter - 11-100 mg)
Silicium ist wichtig für den Mineralisierungsprozess des Knochengewebes, für die Härtung des Bindegewebes und für den Aufbau von Haut und Haaren.
Die für Warmbäder
benutzten Thermalwässer wirken erwärmend nicht nur auf die Haut, sondern auch auf die tiefer gelegenen Blutgefäße. Das bewirkt eine Gefäßerweiterung und eine bessere Durchblutung der inneren Organe. Das natürliche, aus der Tiefe der Erde sprudelnde Wasser ist vor allem eine echte Lösung der darin aufgelösten Mineralstoffe, der organischen Stoffe und Gase. Es kann auch koloidale Salze organischer oder mineralischer Verbindungen enthalten wie beispielsweise Siliciumdioxid, Silikate und Hydroxide mancher Metalle. Die Heileigenschaften der Thermalwässer sind hauptsächlich mit der Anwesenheit und der Konzentration der zu Ionen dissoziierten Salze verbunden, die echte Lösungen bilden. Sie sind sowohl bei Trink- als auch bei Bäderkuren besser resorbierbar, sie dringen leichter durch Haut und Schleimhäute.
Es wurde festgestellt, dass Jod, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und Radon von der Haut am besten aufgenommen werden. Schwächer resorbierbar sind Natrium, Kalium und Sulfat-Ionen. Von der Haut resorbiert, lagern sich diese Substanzen in der Hornschicht der Haut ab und diffundieren allmählich ins Blut. Die in der Haut in Form von Depots gelagerten Bestandteile wirken sich auf die Freisetzung von Gewebehormonen aus - u.a. Acetylcholin, Bradykinin, Histamin oder Serotonin. Die vom Blut resorbierten Bestandteile lösen adaptive oder spezifische Allgemeinreaktionen aus, die von der Art des aus dem Mineralwasser resorbierten Bestandteiles abhängig sind. Warme Mineralbäder sind vor allem angezeigt bei rheumatischen, orthopädischen und neurologischen Erkrankungen. Kontraindikationen für warme Mineralbäder sind: Kreislaufinsuffizienz, Infektionskrankheiten, akute entzündliche Zustände innerer Organe, rheumatische Erkrankungen im Exazerbationsstadium und Bluthochdruck.
Die Krenotherapie (Trinkkuren) - Die Krenotherapie (Trinkkuren) beruht auf dem Trinken von Heilwässern über einen gewissen Zeitraum, in einer verordneten Menge und Temperatur, zu von den Mahlzeiten abhängigen Tageszeiten und unter Befolgung sonstiger Empfehlungen des Arztes. Trinkkuren haben eine lokale Wirkung auf den Verdauungstrakt. Die Ausscheidungsfunktionen und die Darmperistaltik sowie das Funktionieren der Harnwege verändern sich.
Zu Trinkkuren wird in Warmbrunn Wasser aus vier Heilquellen verwendet. Den Patienten und Kurgästen stehen zwei Trinkhallen und ein Brunnen im Freien zur Verfügung. Die chemische Zusammensetzung dieser Quellwässer ist ähnlich, ihre Temperatur aber unterschiedlich. Die Warmbrunner Quellwässer wirken harntreibend. Sie verstärken das Wasserlassen, verhindern die Kristallisation der Harnsäure und beugen zugleich einer Bildung von Steinen in den Harnwegen vor. Es wurde zudem festgestellt, dass Trinkkuren mit Warmbrunner Heilwasser die Gesamtfluorkonzentration im Blutserum und im Knochengewebe erhöhen. Fluor gehört zu den äußerst wichtigen, für den Organismus des Menschen und der Tiere unentbehrlichen Elementen. Seine biologische Rolle als Mikroelement, das an der richtigen Knochenbildung und der Bildung von Zahnschmelz beteiligt ist, wird in der Kariesprophylaxe und bei Osteoporose besonders stark hervorgehoben. Eine sehr verbreitete Erkrankung unserer Population ist Zahnkaries, die durch nicht ausreichend ausgebildeten Zahnschmelz und die durch bakterielle Flora hervorgerufenen beschleunigten Fermentationsprozesse in der Mundhöhle verursacht wird. Die Fluoride sind es, die einerseits die Entwicklung der Bakterien stoppen, andererseits den Baustoff für den Zahnschmelz liefern. Bei paradentalen Erkrankungen wird in Warmbrunn eine Hydrotherapie der Mundhöhle angewendet. Dabei wird das Zahnfleisch mit fluorid- und siliciumhaltigem Wasser bei erhöhtem Wasserdruck massiert.
Es hat sich erwiesen, dass die Warmbrunner Quellen den in Polen höchsten Siliciumgehalt - bis 100 mg/l - besitzen. Die biologische Rolle von Silicium besteht in seiner Beteiligung am Prozess der Knochenmineralisation, der Härtung des Bindegewebes und dem Aufbau der Haut- und Haarstruktur.
Die langjährigen Untersuchungen von Prof. Szewczyk aus der Klinik für Nierenkrankheiten der Medizinischen Akademie in Wrocław haben erwiesen, dass durch das Trinken von "Marysieńka"-Wasser die Diurese erhöht wird, was die Tagesmenge des ausgeschiedenen Kalziums senkt. Das ist äußerst günstig für den Schutz des Harnsystems.
Eine wichtige Ergänzung der bisherigen Untersuchungen sind die in den letzten Monaten von einem Forscherteam des Instituts für Balneologische Stoffe des Staatlichen Hygieneinstituts in Poznań (Posen) unternommenen Experimente. Bei der Beobachtung von Ratten, entdeckten die Autoren einen wichtigen, bisher nicht bekannten Effekt einer antiatheromatösen Wirkung des Wassers "Marysieńka". Die Trinkkur führte zur Senkung des Gesamtcholesterins, der Lipide, Triglyzeride und zur Erhöhung der HDL-Cholesterin-Fraktion. Das bestätigte die antisklerotische Wirkung des Wassers "Marysieńka".
Indikationen für Trinkkuren mit Thermalwasser aus der Quelle "Marysieńka" sind:
- Prophylaxe und Behandlung von Nieren- und Harnwegsteinen,
- Gicht,
- chronische Nierenbeckenentzündung,
- chronische Entzündung der Harnblase
- Störungen im Kalziumphosphat-Stoffwechsel (z.B. Knochen-Dekalzifikation, Osteoporose).
Andere natürliche Stoffe, są to die bei Kurmaßnahmen Anwendung finden, sind peloidale Substanzen. Dies sind natürliche organisch-mineralische Stoffe, die infolge geologischer Prozesse unter der Mitwirkung von Wasser und Mikroorganismen entstanden sind. Sie werden in Abiolithe (größtenteils mineralische Bestandteile) und Biolithe (überwiegend organische Bestandteile) eingeteilt. Im Warmbrunner Bad wird Heilschlamm von bester Qualität verwendet. Dank seiner großen Wärmekapazität und der geringen Wärmeleitfähigkeit bewirkt das Bademoor eine gleichmäßige, allmähliche und tiefe Erwärmung der Gewebe.
An der so vielfältigen Zusammensetzung des Moores wird immer noch geforscht. Zu den wichtigsten, pharmakodynamisch aktiven Bestandteilen gehören: Huminsäuren, Gerbstoffe, Pektine, Proteine, Fette, Enzyme, Hormone und Spurenelemente. Es wurde nachgewiesen, dass die Moortherapie eine lokale, regenerierende und die Durchblutung fördernde Wirkung besitzt. Die Moortherapie wird in Form von Wannenbädern, Moorpackungen, Tampons und Augenkompressen angewendet. Die mechanische Wirkung z.B. der Wannen-Moorbäder erleichtert das Abfließen der Lymphe aus den Interzellularräumen und erhöht die Resorption von Exsudaten. Von den allgemeinen Effekten der Moorbehandlungen sollte die Einwirkung auf die Hormonsekretion betont werden. Das bezieht sich in erster Linie auf die Hormone der Nebenniere, der Hypophyse und der Eierstöcke. Der Heilschlamm übt eine zweifache Wirkung auf die Eierstöcke aus: Erstens direkt, indem er sie intensiv erwärmt und hormonnell, indem er die in ihm selbst enthaltenen Östrogene freisetzt, und zweitens - indirekt, unspezifisch, indem er die Hypophyse zur Ausscheidung ihrer Hormone anregt. Nach beendeter Schlammkur wurde ein erhöhter Glykokortikoidspiegel im Blut nachgewiesen. Man kann also sagen, dass Mooranwendungen auf eine für sie charakteristische Weise den Körper stark erwärmen. Dabei verspürt der Körper diese Erwärmung weniger als bei einem heißen Bad, obwohl er stärker schwitzt. Die Erhöhung der Temperatur in den Geweben erfolgt nicht nur in ihrer Rinde, sondern auch im Mark. Diese Schlammkuren werden bei Erkrankungen des Bewegungs- und des neurologischen Systems, bei posttraumatischen und postoperativen Zuständen, bei degenerativer Gelenkarthrose, bei Gicht, Ischialgie, Lähmungen, Diskopathie, bei manchen Erkrankungen des Verdauungssystems und der Harnwege angewendet. Manche Moortherapien werden bei chronischen Entzündungen des Kehlkopfes und der Nasenschleimhaut (Ozäna), bei Erkrankungen des Paradentiums und der Augen eingesetzt !
Bad Warmbrunn ist einer der wenigen polnischen Kurorte, in denen als Kurmittel auch Heilschlammpaste eingesetzt wird. Nur hier gibt es eine Abteilung für Augenheilkunde, in der auch die Augäpfel balneologisch therapiert werden.
Die Heilschlammpaste – Heilschlammpaste ist ein natürliches Präparat. Bei ihrer Herstellung wird Moor entsprechend fein gemahlen, hydratisiert und genau homogenisiert. Dadurch kann sich die Pharmakologische Aktivität des Heilschlamms besser entfalten. An den Berührungsstellen der Paste mit der Haut oder Schleimhaut geht ein aktiver Ionenaustausch und eine Sorption organischer Bestandteile vom Heilschlamm in die Haut und umgekehrt vor. Der Heilschlamm wirkt also antiphlogistisch und adstringierend, bakterizid und bakteriostatisch. Er regeneriert das geschädigte Gewebe, erhöht die Durchblutung von Haut und Gewebe, aktiviert Enzym- und Hormonreaktionen. In Bad Warmbrunn werden mittels der Heilschlammpaste auch Anwendungen in der Mundhöhle bei Parodontose vorgenommen.
DIE KURMITTEL IN BAD WARMBRUNN
HYDROTHERAPIE
Mineralbäder in Bassins und Wannen, Wasserstrudelbäder, Luftperlbäder, Kohlensäurebäder, Vierzellenbäder, Unterwasserdruckmassagen, Wechselgüsse und Wassermantel, Hydrotherapie der Mundhöhle, Aerosol für die Augen, Trinkkuren
HEILSCHLAMM-ANWENDUNGEN
Wannenmoorbäder, Vollmoor- und Teilmoorpackungen, Augen- und parodontale Heilschlammkompressen, Rektalmoorinfusionen
INHALATIONEN
Inhalationen mit ätherischen Ölen und Mineralwasser
BEWEGUNGSTHERAPIE
Heilgymnastik in Gruppen und individuelle Heilgymnastik
LICHTTHERAPIE
Ultraviolette und infrarote Bestrahlungen (Quarz- und Solluxlampen), Lasertherapie
ELEKTROTHERAPIE
Galvanotherapie, Reizstrombehandlung, Iontophorese, hochfrequente Magnetwellentherapie, Hochvolttherapie, Nervenenden-Mikromassage (Interdyn), Ultraschallwellen, niedrigfrequentes Magnetfeld (Magnetotron) Kurzwellendiathermie
ANDERE KURMITTEL
klassische Massagen, Paraffinpackungen.